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Was kostet ein Corporate Design 2026? Preise, Nebenkosten und woran Sie ein faires Angebot erkennen
Von ein paar Hundert bis zu vielen Tausend Euro ist alles dabei. Ich zeige Ihnen, was zu einem Corporate Design gehört, was eine Designstunde kostet, welche Nebenkosten in keinem Angebot stehen und woran Sie ein faires Angebot erkennen.

Donnerstagnachmittag, die Druckerei ruft an. Für die neuen Visitenkarten bräuchte man das Logo bitte als Vektordatei. Die gibt es nicht, nur ein JPG von der alten Website. Und während Sie noch suchen, schickt Ihnen jemand aus dem Vertrieb einen Flyer, den er selbst gebaut hat. In einem Blau, das Sie noch nie gesehen haben.
Spätestens dann taucht die Frage auf: Sollten wir das nicht einmal richtig machen lassen? Und direkt danach die zweite: Was kostet das eigentlich?
Die ehrliche Antwort: irgendwo zwischen ein paar Hundert und vielen Tausend Euro. Das klingt unbefriedigend, lässt sich aber gut aufschlüsseln. Hier lesen Sie, wovon der Preis abhängt, welche Kosten in keinem Angebot stehen und woran Sie ein faires Angebot erkennen.
Damit es fair bleibt: studio Alvar gestaltet selbst Corporate Designs, meinen Preis finden Sie weiter unten. Alle anderen Zahlen stammen aus öffentlichen Quellen, die am Ende verlinkt sind.
Erst einmal: Was ist ein Corporate Design überhaupt?
Ein Logo ist ein Zeichen. Ein Corporate Design ist das System drumherum. Es legt fest, wie alles zusammenspielt, damit jede Unterlage nach Ihrem Unternehmen aussieht, egal, wer sie gestaltet. Meist gehören dazu:
- das Logo in allen Formaten für Druck und Bildschirm,
- Farben mit festen Werten, damit das Blau überall dasselbe ist,
- Schriften, mit geklärter Lizenz,
- ein Regelwerk, das erklärt, wie alles eingesetzt wird,
- erste Anwendungen wie Visitenkarte, Briefbogen oder eine Vorlage für Präsentationen.
Wie viel davon Sie brauchen, hängt von Ihrem Betrieb ab. Ein Handwerksbetrieb mit drei Fahrzeugen braucht etwas anderes als ein Mittelständler mit Vertrieb in fünf Ländern.

Die kurze Antwort: Was ein Corporate Design kostet
Eine neutrale, aktuelle Preiserhebung für Corporate Designs in Deutschland gibt es nicht. Was es gibt, sind feste Preise von Plattformen und veröffentlichte Stundensätze. Daraus ergibt sich dieses Bild:
Was ein Logo oder Erscheinungsbild 2026 kosten kann (netto)
| Plattform: Logo und Markenleitfaden | 409 bis 1.399 € |
|---|---|
| Plattform: Logo und Geschäftsausstattung | 569 bis 2.399 € |
| 10 Stunden zum Tarif-Mindestsatz | 1.050 € |
| studio Alvar: Logo bis Regelwerk | ab 3.000 € |
Die zehn Stunden sind keine Schätzung für ein ganzes Corporate Design, sondern eine Rechenhilfe. Wie viele Stunden ein Erscheinungsbild braucht, hängt so stark vom Umfang ab, dass eine pauschale Zahl mehr verwirren als helfen würde.
Was eine Designstunde kostet
Hinter den meisten Angeboten steckt am Ende ein Stundensatz, auch wenn Sie einen Festpreis bekommen. Diese Zahlen helfen beim Einordnen:
- 105 €
- pro Stunde sieht der Vergütungstarifvertrag Design mindestens für konzeptionelle und ausführende Arbeit vor, 120 € für strategische.AGD und SDSt, seit 2022
- 89 €
- pro Stunde nannten selbstständige Grafikdesigner im deutschsprachigen Raum im Schnitt.freelancermap, 2026
- 74 €
- waren es im Schnitt in Bayern.freelancermap, 2026
Der Tarifvertrag ist eine Orientierung der Berufsverbände, keine Preisvorschrift für Sie als Auftraggeber. Die Zahlen von freelancermap stammen aus einer Umfrage unter Selbstständigen und sind Selbstauskünfte. Beides zusammen zeigt aber recht gut, wo der Markt liegt.
Was den Preis nach oben treibt
Zwei Angebote für „ein Corporate Design“ können sich um das Fünffache unterscheiden, ohne dass eines davon unseriös ist. Meist liegt es an diesen Punkten:
Wie viel Vorarbeit steckt drin?
Ein ausführliches Gespräch, ein Blick auf die Wettbewerber, die Frage, wofür Ihr Unternehmen stehen soll. Das kostet Zeit, sorgt aber dafür, dass das Ergebnis nicht beliebig wird.
Wie viele Anwendungen sind dabei?
Nur Logo und Farben, oder auch Briefbogen, Präsentationsvorlage, Fahrzeug, Schild und Social Media? Jede Anwendung ist Arbeit.
Wie ausführlich ist das Regelwerk?
Eine Seite mit Farbwerten oder ein Handbuch, mit dem eine Agentur oder Ihr Team ohne Rückfrage arbeiten kann.
Wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
Klären Sie das vorher. Unbegrenzte Runden klingen gut, sind aber irgendwo im Preis mit drin.
Welche Nutzungsrechte bekommen Sie?
Ausschließliche und unbeschränkte Rechte sind mehr wert als ein einfaches Nutzungsrecht für die Website.
Drei Wege, drei Preisklassen
Im Grunde gibt es drei Wege zu einem neuen Erscheinungsbild. Jeder hat seine Berechtigung:
Weg 1
Die Plattform
+Günstig, schnell, viele Entwürfe zur Auswahl
−Kaum Austausch, wenige Anwendungen, danach kein fester Ansprechpartner
Sie gerade gründen und erst einmal ein Logo brauchen
Weg 2
Der Freelancer
+Persönlich, oft günstiger als ein Studio
−Qualität und Umfang schwanken stark, manchmal fehlt das Regelwerk
Sie genau wissen, was Sie brauchen, und jemanden haben, dem Sie vertrauen
Weg 3
Studio oder Agentur
+Vorarbeit, Regelwerk und Anwendungen aus einer Hand
−Höherer Preis, bei großen Agenturen oft wechselnde Ansprechpartner
später mehrere Leute oder Dienstleister mit dem Design arbeiten
Die Kosten, die in keinem Angebot stehen
Das Designhonorar ist nur ein Teil der Rechnung. Diese Posten kommen je nach Fall dazu:
Beispiel: ein Erscheinungsbild für 3.000 €
- DesignhonorarBeispielbetrag, netto
- 3.000 €
- Künstlersozialabgabe4,9 %, falls abgabepflichtig
- 147 €
- Markenanmeldung DPMAonline, bis drei Klassen
- 290 €
- Schriftlizenzfreie Schriften kostenlos
- 0 € oder mehr
- Druck Geschäftsausstattungje nach Auflage
- extra
- Summe ohne Schrift und Druck
- 3.437 €
Eigene Rechnung mit amtlichen Sätzen 2026, alle Beträge netto
Bei der Markenanmeldung lohnt ein Blick ins Kleingedruckte des DPMA: Das Amt prüft nicht, ob es schon ähnliche ältere Marken gibt. Deren Inhaber können widersprechen. Recherchieren Sie deshalb vor der Anmeldung. Und Vorsicht vor Rechnungen privater Firmen, die wie amtliche Post aussehen. Das DPMA verschickt selbst keine Zahlungsaufforderungen.
Was stimmt und was nicht
Rund um Logos und Nutzungsrechte halten sich ein paar Annahmen hartnäckig. Hier die Einordnung:
Mythos
Wer bezahlt, dem gehört alles
Steht im Vertrag nicht einzeln, welche Nutzungen erlaubt sind, entscheidet der Vertragszweck (§ 31 Abs. 5 UrhG). Ein Logo, das für die Website bestellt wurde, darf dann nicht automatisch auch auf den Messestand.
Mythos
Ein KI-Logo ist genauso geschützt
Das Amtsgericht München sah im Februar 2026 bei rein KI-erzeugten Logos keinen Urheberrechtsschutz, auch nicht nach langen Prompts. Es ist ein Urteil der ersten Instanz, deckt sich aber mit der gängigen Auffassung.
Mythos
Nach der Markenanmeldung ist alles sicher
Das DPMA prüft keine älteren ähnlichen Marken. Wer vorher nicht recherchiert, riskiert einen Widerspruch und im schlimmsten Fall ein neues Logo.
Belegt
Freie Schriften dürfen Sie gewerblich nutzen
Die meisten Google Fonts stehen unter der Open Font License und sind auch für Logos und Druck frei. Prüfen sollten Sie die Lizenz trotzdem bei jeder Schrift.
Faustregel
Der Tarif-Stundensatz als Maßstab
Der Vergütungstarifvertrag Design ist eine Orientierung der Verbände, keine Vorschrift für Auftraggeber. Er hilft aber einzuschätzen, ob ein Angebot realistisch kalkuliert ist.
Woran Sie ein faires Angebot erkennen
Ein gutes Angebot ist vor allem eines: verständlich. Sie sollten danach genau wissen, was Sie bekommen. Ein paar Beispiele, wie der Unterschied aussieht:
- ✕„Logo-Paket mit drei Entwürfen“✓Logo, Farben, Schriften, Regelwerk und Geschäftsausstattung einzeln aufgeführt
- ✕„Alle Rechte inklusive“✓Ausschließliche Nutzungsrechte, zeitlich und räumlich unbeschränkt, schriftlich im Vertrag
- ✕„Korrekturen nach Aufwand“✓Zwei Korrekturrunden enthalten, und vorher klar, was jede weitere kostet
- ✕„Sie bekommen die Dateien“✓Offene Dateien sowie fertige Formate für Druck und Web, mit Farbwerten
- ✕„Schrift wie im Entwurf“✓Name der Schrift und welche Lizenz Sie dafür brauchen
Und was kostet es bei studio Alvar?
Ein Erscheinungsbild mit Logo, Farben, Schriften, einem Regelwerk auf sechs bis acht Seiten und der Geschäftsausstattung kostet bei studio Alvar ab 3.000 € netto. Zwei Korrekturrunden sind enthalten. Nach vollständiger Bezahlung bekommen Sie die ausschließlichen Nutzungsrechte und alle offenen Dateien. Kommen eine Bildwelt, Vorlagen oder fertige Bausteine für Ihr Team dazu, wird es umfangreicher. Den Festpreis nenne ich Ihnen nach einem kurzen Gespräch, damit Sie nichts bezahlen, was Sie nicht brauchen.
Ihr fester Ansprechpartner bin ich, und ich verantworte mit meinem Studio das Ergebnis. Und wer schon ein Logo hat, braucht oft gar kein neues. Manchmal reicht eine Überarbeitung mit einem Regelwerk drumherum.
Mein ehrlicher Rat
Das teuerste Corporate Design ist nicht das mit dem höchsten Preis, sondern das, an das sich keiner hält, weil trotzdem jeder seine eigenen Flyer bastelt. Entscheidend ist, dass es im Alltag benutzt wird. Deshalb diese Einordnung:
Plattform oder Freelancer reicht, wenn
- Sie gerade gründen und das Budget knapp ist
- Sie vorerst nur ein Logo brauchen
- außer Ihnen niemand mit dem Design arbeitet
Ein Studio lohnt sich, wenn
- mehrere Leute oder Dienstleister mit dem Design arbeiten
- Website, Druck und Fahrzeuge zusammenpassen sollen
- Sie ein Regelwerk brauchen, das ohne Rückfrage funktioniert
Und wenn Sie ein großes Unternehmen mit mehreren Marken und internationaler Markenstrategie sind, ist eine große Agentur mit eigenem Strategieteam wahrscheinlich die bessere Wahl. Für alle dazwischen gilt: Fragen Sie nach, was genau im Angebot steht, klären Sie die Nutzungsrechte schriftlich und rechnen Sie die Nebenkosten gleich mit ein. Dann gibt es später keine Überraschungen, weder bei der Druckerei noch beim Steuerberater.