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Design-Abo, Freelancer oder eigene Stelle? Was sich für Ihr Unternehmen wirklich rechnet
Die Präsentation für Donnerstag, der Rollup für die Messe, das Datenblatt fürs neue Produkt: Irgendwann ist klar, dass es so nicht weitergeht. Nur, wer soll es machen? Ich rechne die drei Wege durch, mit echten Zahlen und ohne etwas schönzureden.

Montagmorgen, kurz nach neun. Der Vertrieb braucht bis Donnerstag eine neue Präsentation, und zwar eine, die nicht aussieht wie die von 2021. Die Messe ist in sechs Wochen. Der Rollup von damals lehnt noch zusammengerollt in der Ecke. Und für das neue Produkt gibt es zwar schon die ersten Anfragen, aber noch kein Datenblatt.
Früher oder später fällt dann in vielen Unternehmen dieser eine Satz: „Wir bräuchten eigentlich jemanden fürs Design.“
Nur wen? Eine eigene Designerin, die fest im Team sitzt? Einen Freelancer, den man anruft, wenn es brennt? Oder eines dieser Design-Abos, die gerade überall auftauchen?
Ich habe alle drei Wege durchgerechnet, mit aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, großer Freelancer-Umfragen und den öffentlichen Preisen von Design-Abos.
Damit es fair bleibt: studio Alvar bietet selbst laufende Designunterstützung an. Ich sage Ihnen trotzdem, wann eine eigene Stelle die bessere Wahl ist. Denn solche Fälle gibt es.
Die drei Wege auf einen Blick
Bevor wir rechnen, einmal die Kurzfassung. Jeder Weg hat seine Stärke und einen Haken, und welcher davon für Sie schwerer wiegt, hängt vor allem von einer Zahl ab: wie viele Stunden Design bei Ihnen wirklich anfallen.
Weg 1
Die eigene Designerin
+Immer da, kennt jedes Produkt
−Kostet auch in ruhigen Wochen
Design eine Person jeden Tag auslastet
Weg 2
Der Freelancer
+Flexibel, Sie zahlen nur, was anfällt
−Oft ausgebucht, wenn es brennt
einzelne, klar umrissene Projekte anstehen
Weg 3
Abo oder Kontingent
+Planbare Kosten, feste Kapazität
−Nicht jedes Modell passt zu jeder Aufgabe
laufend 20 bis 40 Stunden im Monat anfallen
Die eigene Designerin: teurer, als der Gehaltszettel verrät
Fangen wir mit der naheliegendsten Lösung an. Eine Grafikdesignerin verdient in Bayern im Mittel 4.492 € brutto im Monat, Weihnachts- und Urlaubsgeld schon eingerechnet. Das zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. In München sind es sogar 5.140 €.
Klingt überschaubar? Dann schauen wir auf die ganze Rechnung. Denn zum Gehalt kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, 2026 rund 21 Prozent, dazu Software, Rechner und ein Schreibtisch.
Eine Designstelle, ein Jahr
- BruttogehaltMedian Bayern × 12
- 53.904 €
- Sozialversicherung und UmlagenArbeitgeberanteil, rund 21,7 %
- 11.692 €
- Zwischensumme
- 65.596 €
- Adobe Creative CloudLizenz für Teams
- 1.039 €
- Laptopüber drei Jahre verteilt
- 616 €
- Büro, 10 m²Münchner Durchschnittsmiete
- 3.216 €
- Summe
- 70.467 €
Eigene Rechnung, ohne Recruiting, Einarbeitung und Weiterbildung
Nicht auf dem Bon stehen Stellenanzeigen, Einarbeitung, Weiterbildung und die Zeit, in der jemand Aufgaben verteilt und Entwürfe freigibt. Eine Studie des IZA schätzt allein die Einstellungskosten auf rund zwei Monatsgehälter.
Jetzt kommt aber der Teil, der für die eigene Stelle spricht. Eine Vollzeitkraft arbeitet laut IAB rund 1.595 Stunden im Jahr, nach Urlaub, Feiertagen und Krankheit. Macht rund 44 € pro Stunde. Günstiger bekommen Sie gutes Design nirgends.
Mit einem großen Aber: nur, wenn die Stelle auch voll ausgelastet ist.
Der Freelancer: schnell gebucht, schnell weg
Die flexible Alternative klingt verlockend: Sie rufen an, wenn etwas anfällt, und bezahlen nur, was gemacht wird. Keine Fixkosten, kein Schreibtisch, kein schlechtes Gewissen in ruhigen Wochen. Was kostet das?
- 89 €
- pro Stunde verlangen Freelancer für Design und Medien im Schnitt.Freelancer-Kompass 2026
- 70 €
- pro Stunde nehmen erfahrene Grafikdesigner auf Malt, bei 559 € pro Tag.Malt, 2026
- 105 €
- pro Stunde empfehlen die Designverbände mindestens.AGD und SDSt
Dazu kommt ein Posten, den viele erst bei der ersten Prüfung bemerken: die Künstlersozialabgabe. Wer Einzelunternehmer oder eine GbR beauftragt, zahlt 2026 zusätzlich 4,9 Prozent auf das Honorar an die Künstlersozialkasse. Bei Zahlungen an eine GmbH entfällt sie.
Der größte Haken ist aber ein ganz praktischer: Gute Freelancer sind gefragt. Wenn Ihre Messe in drei Wochen ist, hilft Ihnen der beste Stundensatz nichts, wenn gerade niemand Zeit hat.
Das Design-Abo: was „unbegrenzt“ wirklich heißt
Design-Abos versprechen, das Beste aus beidem zu verbinden: ein fester Monatspreis und so viele Aufgaben, wie Sie wollen. Ich habe mir sechs öffentliche Preisseiten aus Deutschland, Österreich und Dänemark angesehen. Die Einstiegspakete kosten rund 1.300 bis 4.000 € im Monat, größere Pakete bis rund 5.500 €.
Das Kleingedruckte steckt im Wort „unbegrenzt“. Unbegrenzt sind meist die Anfragen, nicht die Arbeit. Fast alle Anbieter bearbeiten im Einstiegspaket eine Aufgabe nach der anderen, der Rest wartet in der Schlange. Wie viel am Monatsende fertig ist, bestimmt also nicht Ihre Liste, sondern die Kapazität des Anbieters.
„Unbegrenzt“ mit Warteschlange
- Präsentation Vertriebfertig
- Datenblatt GM 400fertig
- Rollup Messein Arbeit
- LinkedIn-Beiträgewartet, Platz 1
- Einladung Kundeneventwartet, Platz 2
Sie können alles schicken, bearbeitet wird aber eins nach dem anderen. Wie viel im Monat fertig wird, hängt von der Kapazität des Anbieters ab.
Stundenkontingent
30 Stunden reserviert, 22 genutzt
- ✓ Präsentation Vertrieb
- ✓ Datenblatt GM 400
- ✓ Rollup Messe
- ✓ LinkedIn-Beiträge
Sie wissen, wie viele Stunden Ihnen zur Verfügung stehen, und sehen, wofür sie genutzt wurden.
Die Alternative sind Kontingente mit festen Stunden. So arbeitet auch die laufende Designunterstützung von studio Alvar: 20, 30 oder 40 Stunden für 1.400, 2.100 oder 2.800 € netto im Monat. Am Monatsende sehen Sie, wofür die Stunden genutzt wurden.
Was besser ist? Kommt auf Ihre Aufgaben an. Viele kleine, gleichförmige Anfragen wie Social-Media-Grafiken passen gut zur Warteschlange. Wer planen muss, wann was fertig ist, und auch Druckdaten mit Abstimmung braucht, fährt mit festen Stunden meist besser.
Der Praxistest: 30 Stunden Design im Monat
Genug Theorie. Nehmen wir ein typisches mittelständisches Unternehmen. Jeden Monat fallen rund 30 Stunden Design an: ein paar Präsentationen, zwei Datenblätter, Anzeigen für LinkedIn, Druckdaten für die Messe. Aufs Jahr gerechnet sind das 360 Stunden.
Und so sieht die Rechnung für alle drei Wege aus:
Was 360 Stunden Design im Jahr kosten
| Eigene Vollzeitstelle | 70.500 € |
|---|---|
| Freelancer zu 89 € | 33.600 € |
| Freelancer zu 70 € | 26.400 € |
| Stundenkontingent | 26.400 € |
| Design-Flatrate | 15.600 bis 48.000 € |
Ehrlich gerechnet ist das Kontingent damit nicht billiger als ein Freelancer. Der Unterschied liegt woanders: Die Stunden sind jeden Monat fest für Sie reserviert, und Sie haben immer denselben Ansprechpartner.
Die Vollzeitstelle ist hier mit Abstand am teuersten. Rechnet man ihre Kosten auf die 360 Stunden um, die Sie wirklich brauchen, landen Sie bei fast 200 € pro Stunde. Natürlich kann die Person in der übrigen Zeit andere Aufgaben übernehmen. Dann haben Sie aber keine Designerin mehr, sondern eine Marketingkraft, die nebenbei gestaltet.
Fünf Fragen, bevor Sie sich entscheiden
Der Stundensatz ist nur die halbe Wahrheit. Diese fünf Fragen entscheiden am Ende mehr:
Wie viele Stunden fallen wirklich an?
Schreiben Sie zwei Monate lang mit, was an Design anfällt und wie lange es dauert. Auch das, was Kollegen nebenbei selbst basteln.
Wie planbar ist es?
Gleichmäßiger Bedarf passt zu einem Kontingent. Starke Spitzen vor Messen passen eher zu einzelnen Projekten.
Muss jemand vor Ort sein?
Für Produktfotos in der Halle oder die schnelle Abstimmung auf dem Flur spricht viel für eine eigene Stelle.
Was passiert bei Urlaub oder Krankheit?
Klären Sie vorher, wie Ausfälle geregelt sind, ob dann verschoben oder gutgeschrieben wird. Das gilt für eine Person im Haus genauso wie für jeden externen Partner.
Was ist Ihnen ein einheitlicher Auftritt wert?
Wer immer mit denselben Leuten arbeitet, muss sein Unternehmen nicht jedes Mal neu erklären. Das sieht man am Ergebnis.
Mein ehrlicher Rat
Wenn Sie mich fragen, entscheidet am Ende weniger der Preis als die Menge.
Eine eigene Stelle lohnt sich, wenn …
- über Monate deutlich mehr als 100 Stunden Design im Monat anfallen
- jemand regelmäßig vor Ort sein muss
- Sie das Wissen dauerhaft im Haus halten wollen
Extern ist besser, wenn …
- der Bedarf darunter liegt
- er von Monat zu Monat schwankt
- Sie von Print bis Web ganz unterschiedliche Aufgaben haben
Ob dann Freelancer, Abo oder Kontingent, hängt davon ab, wie verlässlich und wie planbar Sie es brauchen. Wenn Sie unsicher sind, rechnen wir es gern gemeinsam mit Ihren Zahlen durch. Dafür reicht meistens ein kurzes Gespräch.